Author - herr meier

Es wird ge(rip)pt in den Social Medias

Sollte in dieser Woche noch ein Prominenter sterben, dann werden Facebook & Twitter in die Knie gehen. Selbst der Arsch von Kim Kardashian hat meine Timeline nicht so überflutet wie die abertausenden Beileidsbekundungen anlässlich der beiden in dieser Woche verstorbenen Prominenten: David Bowie und der Mann aus dem Harry Potter Film.

Sterben ist in den Zeit von SM die letzte Bastion des Ruhms die Promis noch erreichen können. Wenn er es schafft die Timelines in den Social Media Kanälen wie eine Tsunamiwelle zu fluten, dann ist das Ende die Krönung in der Social-Media-Welt, der Zenith des Ruhms erreicht. Selbst wenn das Höllenfeuer für einen Promi vorgesehen wäre, wie evtl. für Lemmy (wie in seine abertausenden trauernden Fans liebevoll ab(rip)ten), könnte ihn die Welle der Beileidungsbekundungen bis vor die Himmelspforte spülen.

Schaffst du es nicht mindestens auf eine mindest siebenstellige Anzahl von RIP-Posts, dann könnte dein gesamtes Promidasein umsonst gewesen sein, unbedeutend und nicht (ge)wichtig genug um sich an den Krisen der Welt vorbei zu „liken“ und zu rippen.

Wenn du als Promi stirbst, dann geben dir deine Fans dafür ein Like oder ein Herzchen, da kannst du noch so eine Drecksau auf der Bühne gewesen sein, am Ende Pflastern Herzchen und Likes deinen letzten Weg.

Braune Suppe im Kopf, Iphone-Schrott, Trüffelpommes …..

Nebenan bei blogg.de haben wir mal eine Umfrage gemacht was die meisten Blogger an der Bloggerei stört. Einer der Punkte ist zuwenig Zeit gewesen ein anderer ist zuwenig Ideen für gute Blogbeiträge.

Mein Problem ist definitiv zu wenig Zeit bei zuviel Ideen für Texte. Ein Beispiel ist der schon lange angekündigte Text zum Thema Apple und warum ich keine Lust mehr auf deren Produkte habe, dann würde ich gerne etwas zur Veränderung in der Mediawelt schreiben. Ich arbeite für aumago.com, einer wahnsinnig spannenden Firma aus Berlin, hierzu gäbe es eine Menge zu schreiben, bzw. zu dem Markt in dem wir uns bewegen. Dann dazu Berlin, eine fantastische Stadt, natürlich nicht so großartig wie Frankfurt, und auch noch langsamer wachsend als Mainhatten.

Alleine zu Berlin könnte ich eine Menge schreiben, dann aber auch noch jede Menge über die Weine die ich unlängst in Berlin trinken konnte.

Dazu kommen viele Gedanken und Meinungen über die Bloggerei, über den Markt des Native Advertising und wie sich hier für viele Blogger neue Möglichkeiten zur Monetarisierung ihres Blogs ergeben können, ohne sich „melken“ zu lassen. Alleine die Tatsache wie manche Blogger Agenturen sehen und wie manche Agenturleute Blogger sehen könnte ein eigenes Blogformat werden. Eine einzigartige Aufreihung von Missverständnissen und Vorurteilen wartet auf einen aufklärenden Artikel.

kinder_brunnenMeine Heimatstadt hätte auch einmal wieder ein paar mehr Zeilen verdient, alleine schon deswegen, weil sie meine Stadt ist, und inmitten von Bänkern kleine Kinder sich an den Brunnen kühlen können und dies in der Coolness stattfindet die sonst immer den Berlinern zugeschrieben wird.

Fotos hätte ich auch noch eine ganze Menge, bearbeiten müsste ich sie nur einmal und dann irgendwie auch noch in den Networks streuen. Dazu kommen diese ganzen neuen Sachen wie Snapchat & Co. Ich packe es ja nicht einmal meinen flickr-account zu pflegen, wobei das soll ja extrem old-school sein. ich müsste mehr auf Instagram aktiv sein und bei Pintrest Manschettenknöpfe posten.

trueffel_pommesÜber den Sommer gäbe es auch viel zu sagen, wobei sich dies gut mit dem Thema Wein und Grillen verbinden lassen würde, vielleicht ein erster Ansatz mal wieder ein Weinbild zu posten und eine Grillempfehlung auszusprechen, wobei mir dies gerade leicht fällt, denn ich hatte vor ein paar Tagen Trüffelpommes in der Sylter Sansibar, am Rande erwähnt in Anwesenheit von Schäuble, Klopp und Kerner. Die Trüffelpommes sind total geiler dekadenter Scheiß und sie braucht kein Mensch, kosten übrigens 9 Euro und sind leider lecker (ach-so hatte ich schon erwähnt, quasi doppelte Inhalte).

Ich könnte natürlich mal versuchen mich zu ordnen und noch ein paar Worte zu meiner Apple-kritischen-Haltung verlieren, aber ist das ok, wenn ich auch eigentlich was über meinen Hass auf die Deutschen aufschreiben möchte die gerade gegen Flüchtlinge hetzen. Flüchtlinge vs. Apple? Boah, wenn ich mich jetzt für Apple entscheide, dann bin ich politisch ziemlich unkorrekt.

Gut, erst ein paar politische Worte: Wer als Deutscher in seinem Hirn nur noch braune Suppe vorfindet, der kann sich den Weg zum Arzt sparen. Am besten einfach auf eine schöne deutsche Wiese legen, sich von der Sonne braun färben lassen und das Hirn austrocknen lassen und die Atmung einstellen. Danke! Sie haben dem Rest ihrer Landsleute einen großen Dienst erweisen.

Jetzt zu Apple: Der Konzern aus den USA mit der verlängerten Werkbank im kommunistischen China, hat es bisher ganz gut verstanden uns seine Lifestyleprodukte zu überteuerten Preisen in seinen Verkaufskathedralen anzupreisen und so wie ersten Christen sich für ihren Gott von den Löwen haben fressen lassen, so sind die Jünger des Apfels bereit über jede Unzulänglichkeit ihrer Gottheit und ihrer Produkte hinwegzusehen. Jünger die Zweifel haben werden aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und mit Samsung-Geräten bestraft. Ernsthaft, der technische Lifestylekonzern hat bei mir ziemlich, ich zitiere meine Großmutter, Verschissen, bis in die Steinzeit und zurück!

Als Besitzer eines iphone durfte ich nun mehrfach die Erfahrung machen, dass die Technikbude mit kommunistischen Arbeiterblut an seinen Umsätzen auch nur normalen Murks herstellt. Defekte Ladeeinheiten sind dabei offenbar ein Standardfehler, zumindest ist dies mein Eindruck nach mehreren Besuchen in einer der Apfelkathedralen. Dort wird dann auf verkürzte Garantiezeit und die Möglichkeit eines Austausches hingewiesen. Clever! Erst kaputte Produkte verkaufen, dann die Garantiezeit kappen und am Ende einen überteuerten kostenpflichtigen Austausch anbieten. Nein Danke! Ist ja wie mit der Meinungsfreiheit in China, die gibt es auch nicht umsonst, sondern nur gegen ein paar Jahre Knast.

Während ich bei der katholischen Kirche dazu neige über deren Fehler, auch wegen der Unfehlbarkeit, hinwegzusehen, kann ich das bei Apple nicht. Deren Hilfspriester im Apfelkostüm sind mir zu dogmatisch und glauben offenbar stärker als viele Christen an die Jungfräulichkeit Mariens an die Unkaputtbarkeit ihrer Computer mit Telefoniekomponente. Diese Haltung führte neulich zum Bruch mit der Glaubensgemeinschaft des Apfels. Arrogantes Personal, übertriebene kostenpflichtige Zusatzpakete ohne wirklichen Nutzen und ein Servicegedanke wie es ihn bei vielen Ämtern, dafür bei städtischen Sparkassen, schon lange nicht mehr gibt, sind die Saat auf der bald die Martin Luthers der Techgeneration ihre Thesen an die Glastüren des Apfels „hämmern“ werden.

Am Erfolg des iphones sind natürlich auch deren Kommunikationsprofis schuld, was mich direkt und ohne über Los zu gehen auf das Sommerlochthema meiner Branche bringt: Agencybashing, vor allem Mediaagencybashing.

Klar, logisch es darf mal hinterfragt werden wie Mediaagenturen ihr Geld verdienen, und ob Kickbacks dazu beitragen eine Entscheidung noch neutral zu treffen. Es darf und sollte aber auch mal nachgefragt werden ob die Kunden in ihren Vergütungsvorstellungen nicht einen Knick in der Optik haben. Vielleicht müssen sie aufhören Mediaeinkauf von den gleichen Controllern und Einkäufern bewerten zu lassen die auch Schrottbauteile für Smartphones aus chinesischen Fabriken für ein Premiumprodukt halten, weil es ihnen ein nett grinsender Vertreter von Schrott Inc. so verkauft.

Dazu kommen neuerdings Aussagen von ehemaligen Branchenlichtgestalten wie Thomas Koch über digitale Produkte wie Programmatic Buying die manchen Kunden glauben lassen, dass es sich hier alles um Teufelszeug handelt. Internet ist Teufelszeug, ist alleine daran zu erkennen, weil uns alle zwei Klicks irgendjemand auf eine Tittenwebseite lotsen möchte, auch wenn erst einmal nur Dating drübersteht. Nur Herr Koch sollte mal aufhören eine neue Möglichkeit Mediaabläufe im digitalen Bereich effizienter und schneller zu gestalten als „böse und betrügerisch“ zu bezeichnen, nur weil er offenbar noch nicht richtig verstanden hat was damit alles möglich ist, wenn es transparent und ehrlich abwickelt. Wer als Dienstleister RTB/RTA als closed shop anbietet und in seine Verträge die Möglichkeit zum Audit ausschließt, sollte sich nicht wundern, wenn das eigene Grab schneller geschaufelt ist, als eine Eintagsfliege Lebenszeit hat.

Am Ende werden hoffentlich die ehrlichen Anbieter überleben und beim Leichenschmaus einen guten Wein trinken können. Sollte es noch so heiß bleiben, dann würde ich einen Dieter Meier Malbec Rosé 2014 empfehlen. Eine Rosé so untypisch wie er nur sein kann, mit viel Kraft und Wucht, einer kräftigen Beerennote und dennoch mit einem Hauch von sommerlicher Leichtigkeit im Abgang. Alkoholmäßig ist er allerdings kein Leichtgewicht, also Augen auf beim nachfüllen.

Fotos aus Berlin und noch mehr Wein gibt es dann demnächst wieder!

Bildrechte: Meier, Shutterstock (Titel)

Ad-Blocker: Die Totengräber des Internet

Ad-Blocker! Heute lese ich über eine entsprechende Möglichkeit Werbung im Safari-Browser zu blockieren. Irgendwo wurde das mit „Ein Arschtritt für die Werbebranche“ gefeiert. Wie schön, wenn man sich als Onlinemagazin diesen Luxus leisten kann, dachte ich mir.

Immer wenn ich Ad-Blocker höre, dann habe ich zwei Dinge vor Augen. Fangen wir mit einer sehr alten Erinnerung an die letzten ausklingenden Tage der Neunziger an.

 Der Webwasher und die Beutelratte

[Tweet „Die Beutelratten nutzten damals schon die Ad-Blocker“] Siemens hatte gerade seinen Webwasher (http://de.wikipedia.org/wiki/Webwasher) auf den Markt geworfen und somit die erste Runde im Kampf von Blockierern und Werbern begonnen. Schon damals hatte die Gründerin von germany.net (einem Unternehmen aus dem später die Arcor Online GmbH wurde und die arcor.de, bis zur Übernahme durch die Arcor AG, betrieb) darauf hingewiesen, dass Internet ohne Werbung nicht existieren können. Ihr Vorschlag von damals „Wer Werbeinhalte blockiert, hat keinen Zugang mehr zu bestimmten Webseiten“. Ein Vorschlag für den Frau Merz, die bis vor wenigen Wochen bei der AfD Irrlichterte, nicht nur Zustimmung bekam.

Die klassischen Nutzer der Webwasher-Software konnte ich mir damals auf der CeBIT ansehen. Dort hatte Arcor meine Kollegen und mich für 10 Tage einkaserniert und bei deftigem Bauarbeitermittagessen durften wir im Arcor-Pavillon Standdienst schieben und sollten Werbung auf arcor.de, oder nexgo.de wie es damals kurzzeitig hieß, verkaufen. Werbekunden verirrten sich zwar nur wenige zu uns, aber dafür jede Menge Exemplare der webwaschenden Beutelratten aus dem Kundenstamm der ehemaligen germany.net-Gemeinde. Vollgepackt mit kostenlosen Einwahl-CDs die sie in Tüten von Mircosoft, Oracle oder anderen Softwareunternehmen wie Beute über das Gelände schleppten, rotteten sie sich regelmäßig am Arcor-Pavillon zusammen um Diskussionen über die widerlichen Ad-Breaks mit uns zu führen, die damals als Vorgänger der Pop-Ups, zur Refinanzierung des kostenlosen Webangebots und des teilweise kostenfreien Zugangs zum Internet dienten. Eine Tatsache die von dieser pizzavernichtenden und rotäugigen Horde nicht hingenommen wurde, stattdessen quatschten sie einem so lange die Ohren voll bis ein technischer Support-Mitarbeiter (der Freund des Kunden) einem diese Wahnsinnigen abnahm.

Diese Spezies von Internetnutzern tummelte sich schon damals in den Heise-Foren und geiferten über die Dreckswerbung und heute verteilt sie Arschtritte an die Werbeindustrie.

 Bitte keine Werbung-Aufkleber

Die zweite Sache an die ich mich erinnere sind die Aufkleber „Bitte keine Werbung und kostenlosen Zeitungen“ – Aufkleber an Briefkästen (die gibt es heute auch noch, nur gibt es immer weniger kostenlose Wochenblätter).

Diese Aufkleber haben und hatten in Deutschland eine Verbreitung von ca. 15% der Haushalte mit einem Briefkasten. Eine ähnliche Zahl wird genannt, wenn es um die Nutzer von Ad-Block-Anwendungen geht.

Der Webwash-Nutzer von damals ist heute evtl. der Besitzer eines Vorstadteigenheims und er hat sicherlich einen „Keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten und natürlich freut er sich, wenn er der Nutzung von Cookies widersprechen kann und wenn er mit seinem Ad-Blocker werbefrei durchs Netz düsen kann. Sollen doch die anderen Deppen das kostenlose Angebot durch den Konsum von Werbung finanzieren. In seinem Computerraum herrscht eitel Sonnenschein.

Wie lange ist wohl noch eitel Sonnenscheim im Computerkeller

Die Frage ist nur wie lange die Sonne noch scheint, wenn sich jetzt Unternehmen wie Apple dazu aufschwingen die Nutzung von Ads im Bereich der mobilen Geräte zu unterbinden. Mobile ist im Vergleich zu Displaywerbung immer noch kein riesiger Bestandteil des Marketingkuchens, auch wenn die entsprechenden Vermarkter schon mehrere Jahre den Siegeszug des Mobile-Advertisment verkünden (ist eben ein Regioanlexpress der Siegeszug und kein ICE).

Ad-Blocker sind eine Bedrohung des werbefinanzierten Internets, auch wenn dies Gerichte in Deutschland aktuell anders sehen (http://www.zdnet.de/88235873/adblock-plus-landgericht-muenchen-weist-klage-gegen-eyeo-ab/).

Die Richter in München und Hamburg haben sicherlich auch einen „Bitte keine Werbung – Aufkleber“ am Briefkasten und auch genügend Einkommen um sich Angebote die mit einer Paywall versehen sind, zu kaufen.

Kostenfreie, durch Werbung finanzierte, Internetangebote sind eine Möglichkeit für jeden an Informationen zu gelangen für die es früher den Kauf einer Zeitung oder eines Magazins bedurft hätte. Es ist zwar bedauerlich, dass durch das Netz die Printverlage, die sich auch alle im Netz tummeln, mit ihren klassischen Produkten weniger Umsatz machen, aber ein Segen für die Informationsvielfalt.

Unbestritten ist auch, dass Werbung im Netz nerven kann, vor allem dann wenn uns die Gummistiefel die wir schon gekauft haben noch einmal 10 Tage lang verfolgen. Die einfachste Möglichkeit dies zu unterbinden ist es seine Cookies zu löschen. Die Werbeindustrie kann und muss hier noch nachbessern.

 Werbung ist richtig und wichtig für das Netz

[Tweet „Werbung ist richtig und wichtig für das Netz“]Trotzdem ist Werbung für das Internet und seine Informationsvielfalt unerlässlich, denn nur mit Werbung wird das Internet in weiten Teilen kostenfrei bleiben können. Am Ende des Tages werden die Ad-Blocker noch für eine Renaissance von Printtiteln sorgen, denn ich habe noch keinen Tech-Nerd gesehen, der eine Anzeige aus seiner geliebten c´t herausgerissen hätte. Auch die Richter die nun für die Ad-Blocker geurteilt haben, werden wohl kaum in der Gerichtskantine (in der es evtl. Freiexemplare von Tageszeitungen gibt) Anzeigen ausreißen und in den Müll werfen oder gar auf die Idee kommen, beim Verlag ein werbefreies Exemplar zu einem höheren Bezugspreis zu bestellen.

Wenn sich die Denkweise durchsetzt, dass Ad-Blocker eine gute Sachen sind, dann wird sich das Web verändern. Zu einem Paygate-Netz, bei dem Nutzer mit hohem Einkommen mehr Informationen abrufen können, als weniger gut verdienende Nutzer oder gar die Empfänger von Transferleistungen. Wird es in Zukunft Bezugsscheine für das Netz geben, wenn es das Paynet gibt.

Zu früh gefreut?

Wer sich über den Arschritt in den Hintern der Werbeindustrie freut, der freut sich zu früh, denn Apple macht dies sicherlich nicht aus Nächstenliebe für die Ad-Block-Nerds, sondern weil dahinter ein eigenes Konzept zur Ausspielung von Werbung steht, und damit der Prozess einer Monopolisierung von werbefinanzierten Angeboten beginnt, der am Ende bei Unternehmen endet, die ihre eigene Moral haben und mit einem Verleger so viel gemein haben, wie ein Pitbull mit einem Schoßhund oder ein Ad-Blocker mit einem Segen für die Menschheit.

 

Bildrechte: shutterstock

 

 

 

Wer Masse bucht, kann Nippel bekommen

Ich kenne gewisse Personen die kennen andere Leute die jemanden kennen der einen tumblr Account hat. Auf diesem tumblr – Account hat diese über mehrere Ecken mit mir vernetzte Person auch Blogs abonniert, bei denen es ab und an einmal nackte Haut zu sehen gibt. Dies nur vorab angemerkt 🙂

Tumblr ist ein Blogsystem und gehört damit in die Spezies der Webinhalte die aus sogenannten „user-generated content“ gespeist werden. Der UGC ist früher bei den Mediaagenturen nicht so gut gelitten gewesen, weil dort immer mal komische Sachen im Umfeld der Werbung auftauchen konnten. Wenn beim Spiegel mal eine nackte Frau neben einem Deutsche Bank Werbemittel auftauchte, dann ist das „ok“ gewesen, weil die nackte Frau beim Spiegel sicherlich was mit Kunst oder Kultur zu tun hatte und spätestens seit 50 Shades of Grey gehört ein bisschen Sex auf jede gute Webseite, da müssen sich Bloggerinnen und Blogger gar nicht so bemühen Inhalte zu generieren die gegen die „No-Nippel-Policy“ mancher Unternehmen verstoßen. „No-Nippel-Policy“ gibt es ja immer in zwei Richtungen. Anbieter, wie Apple, die auf gar keinen Fall etwas mit Sex zu tun haben möchten, auch wenn es Kultur ist („Der nackten „Ulysses“).

Auf der anderen Seite Unternehmen die nicht möchten, dass ihre Marken in einem Umfeld gezeigt werden, die nichts mit dem Anspruch der Marke zu tun haben, aus diesem Grund sind alle UGC-Umfelder immer sehr schwierige Umfelder gewesen. Dies hat sich zum Glück alles etwas normalisiert und Blogs gehören heute für viele Unternehmen zum alltäglichen Marketingbrot. Das ist gut so, so muss das sein, denn viele Bloggerinnen und Blogger bieten sehr guten Content und keine Marke der Welt muss sich davor fürchten in Umfeldern aufzutauchen die nicht ihren Qualitätsrichtlinien entsprechen.

Es gibt also Vertrauen zwischen den werbetreibenden Unternehmen und den Anbietern von UGC. Dafür haben sich die Blogger verschiedenen Richtlinien unterworfen, oder haben zugestimmt nach dem Blogger Relation Kodex zu arbeiten (http://www.bloggerrelationskodex.de/). Dieses Vertrauen wurde meist von den Bloggern selbst aufgebaut und mir ist keine große Interessensvertretung für Blogger bekannt die sich explizit im Rahmen von Vermarktungsaufgaben um das Thema „Blogs sind vernünftige Werbeumfelder“ gekümmert hat. Am Ende profitieren, heute, alle Social-Media-/ und UGC-Umfeldern von der Arbeit die hier geleistet wurde.

Umso überraschter bin ich heute gewesen als ich heute auf Anzeigen diverser Unternehmen auf tumblr in einem eindeutigen Nipple-Umfeld Anzeigen von Direct Line, ERGO, Santander Bank, Fonic, der OTTO-Gruppe, Comdirect und BASE hingewiesen wurde. [envira-gallery id=“11020″]

Mein Gefühl sagt mir, dass die Kunden über die Platzierung vielleicht nicht ganz so glücklich sein könnten. Viele Bloggerinnen und Blogger die sich um ordentlichen Content kümmern werden auch nicht begeistert sein, weil in diesem Fall wohl einfach die Größe des Anbieters gebucht wurde und nicht die Qualität des Umfelds. Die Weiterentwicklung vernünftiger Webinhalte hat auch etwas mit dem Austausch zwischen Werbetreibenden und Inhalteanbietern zu tun, dabei muss auch akzeptiert werden, dass Qualität Geld kostet und Masse eben auch manchmal ziemlich „nackt“ daherkommen kann.

Persönlich stört es mich nicht, wenn die ERGO oder andere Unternehmen in einem Umfeld buchen, in dem es nackte Haut zu sehen gibt, dann sollten aber die Debatten um UGC von den großen Werbetreibenden auch so geführt werden.

Disclaimer: blogg.de, eine ebenfalls von der meiersonline publishing UG betriebene Webseite, bietet neben der Vermarktung von UGC-Inhalten auch Beratung für Unternehmen an, die in Blogs und Social-Media-Umfeldern werben möchten. Blogg.de publiziert aktuell eine Artikelserie mit dem Thema „Wie Du mit deinem Blog KEIN Geld verdienst“.

„Mehr Vielfalt und Potential von außen“, da freut sich der Blogger

Bei Gruner + Jahr wird eine neue Ära eingeleitet, eine bei der Zeitschriften und Magazine wie die Brigitte ohne festangestellte Redakteure produziert werden sollen.

Die Meldung löste unterschiedlichste Reaktionen aus, aber sie haben alle den gleichen Tenor. Es beginnt der Untergang des journalistischen Abendlands.

Ist das wirklich so?

Schön wäre es schreiben zu können, dass es nicht so ist, weil es nur G + J betrifft, aber wer sich umschaut, der muss zugeben, dass es bei Brigitte eben nur ein kräftiger Paukenschlag ist, der eine Veränderung aus dem Orchestergraben eines Vorstadttheaters auf die große Bühne gehoben hat.

Redaktionen auszugliedern, zusammen zu fassen und in eigene Profitcenter zu stecken, oder ganz wegzusparen ist nicht neu. Im Zeitungsbereich hat es diese Prozesse bereits schon gegeben und auch kleinere Magazine haben solche Schritte unternommen, wenn sie sich nicht ganz weggespart haben.

Wer hat es verbockt?

Die Verlagsbranche häutet sich schon lange, und Thomas Koch kritisiert zu recht die fehlenden Visionen bei G + J, aber die fehlen nicht nur dort. Springer ist eine Ausnahmen, weil sie frühzeitig damit begonnen haben sich bei der Digitalisierung auf „Nicht-Journalistische“-Aktivitäten zu verlagern. Eine Beteiligung an einem Affiliatenetzwerk wie Zanox und der Preissuchmaschine idealo.de sprechen nicht unbedingt dafür, dass bei ASV jemand an die Zukunft von journalistischen Angeboten aus der Druckerei glaubt.

Verleger haben lange an ihr traditionelles Geschäftsmodell geglaubt und vor Jahren den Neulingen aus dem Internet die Zukunft überlassen. Ob es Rubrikenmärkte sind, die heute von der Scoutgruppe und anderen hervorragend bedient werden (auch hier ist ASV mit Angeboten wie immonet.de engagiert), oder ob es die Ideenführerschaft für digitale Vermarktungsideen ist. Diese zwei exemplarischen Felder zeigen wie schwach die Verlage auf die digitalen Veränderungen reagieren, bzw. reagiert haben. Gleichzeitig wenden sich immer mehr Leserinnen und Leser von den gedruckten Produkten ab und schauen lieber bei diversen Onlinemagazinen vorbei.

Verbockt haben es die Verlage zum größten Teil selbst. Wenig Innovation auf dem Sektor der digitalen Angebote, Stillstand im Bereich von crossmedialen Ideen und keine Antwort auf die Forderung der Anzeigenkunden nach immer höheren Rabatten und Nachlässen. Während sich in der digitalen Welt Performancemodelle den Weg bahnen, wird in den Verlagshäusern lieber noch mehr Rabatt gegeben, anstatt sich offen und ehrlich über neue Vermarktungsmodelle Gedanken zu machen, wobei auch hier bei Axel Springer ein deutlicher Innovationsvorsprung zu erkennen ist.

Verbockt haben es die Verlage aber auch, weil sie ihren Kunden und deren Agenturen nicht vernünftig erklären konnten, warum Qualität Geld kosten muss. Stattdessen haben sie das hohe Lied der Reichweite mitgesungen und müssen nun feststellen, dass mancher Blog im Internet mehr Reichweite hat als die eigenen digitalen Angebote im Netz.

Und die Konsequenz?

Wenn Blogs und Blogger erfolgreichere Marken im Netz aufbauen können und mehr Leser haben als manches digitale Printprodukt, dann, so ist es offenbar die Logik bei G + J, muss deren Erfolgsrezept kopiert werden. Keine festangestellten Schreiber, nur noch kreativer Flow und keine engen starren Redaktionsteams mehr. Das ist der Weg der mit der Brigitte beschritten werden soll.

Ein Irrtum

Die Verleger aus Hamburg und Gütersloh irren sich aber gewaltig, wenn sie dies als Weg zum Erfolg ansehen. Die wenigsten Blogs arbeiten als „Unternehmen“. Es sind Idealisten die am Tag als Krankenschwester, Technischer Zeichner und Tankstellenpächter arbeiten, und am Abend etwas ins Netz schreiben. Menschen die mit Herzblut schreiben und sich von journalistischen Leitlinien nicht beeinflussen lassen. Blogs ernähren kaum ihren Betreiber, die wenigen die davon leben können sind nebenbei auch noch Berater, freie Journalisten und Lebenskünstler.

Das diese Leute nun die gesuchte „Mehr Vielfalt und Potential von außen“ – Parole umsetzen können, möchte ich mal bezweifeln.

Ein Magazin, eine Zeitung, einen Blog mit Leben zu befüllen hat etwas mit Überzeugung und Herzblut zu tun. Das neue Konzept für Brigitte wird aber davon eher nicht getragen werden.

Blogger werden die Gewinner sein

Blogger werden dennoch die Gewinner sein, denn ihre Inhalte sind zu großen Teilen mit den beschriebenen Eigenschaften gemacht. Ihre Reichweite wird in Zukunft noch zunehmen, weil sie verstanden haben wie Informationen im Netz gestaltet werden müssen und wie Leser erreicht werden können. Der Rückzug der Verlage aus der Qualität ist die Chance der Blogger.

Facebook wird wohl nicht so schnell implodieren

wave7_plattformen Der Untergang von facebook wird, oder wurde mindestens so oft vorausgesagt wie der Trend das Mobile nun endlich in der Werbewirtschaft und bei den Kunden angekommen ist. Mobile ist nicht nur in der Werbewirtschaft angekommen, sondern auch tatsächlich beim Konsumenten, dies zeigen die Zahlen der weltweit größten Social Media Studie Wave7, die von Universal McCann durchgeführt wird (übrigens mein Arbeitgeber). Die zweite Aussage, nämlich der Untergang von facebook, oder wie es Wolfgang Lünenbürger Reidenbach nennt „die beginnende Implosion von Facebook“ wird wohl noch ein wenig auf sich warten lassen, meint zumindest auch Nico Lumma.

Was ist der Grund dafür das Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach facebook implodieren sieht? Die Gründe die er dafür in seinem Artikel benennt sind mir eher ein Rätsel, denn gute Gründe für die bevorstehende Katastrophe zeigt er nicht auf.

Er spricht immer wieder von einem Silo und vergleicht facebook mit AOL. Gut, so gesehen ist das aus einer bestimmten Sichtweise nachvollziehbar, denn beides sind Parallelwelten zum normalen Web. AOL ist eine Parallelwelt gewesen und facebook ist eine Art Netz im Netz. Damit hört es aber auch wirklich schon auf, denn wenn ich es durch die Mediabrille sehe, dann ist facebook kein Silo. Es ist ein fester Bestandteil der digitalen Mediawelt und wird in allen mir bekannten Media-/Marketingagenturen als solches behandelt. Silo geht für mich anders, gerade die weiterentwickelten technischen Möglichkeiten Kampagnen über verschiedene digitale Kanäle zu verknüpfen beenden die Silos.

Auch aus Nutzersicht kann ich kein Silo erkennen, dafür muss ich nur in Wave7 nachsehen. Zumindest eine seiner Aussagen kann ich mit der Studie von UM bestätigen, nämlich die, wonach unterschiedliche Dienste unterschiedliche Zwecke erfüllen. Menschen nutzen Social Media Angebote aus den unterschiedlichsten Motivationen heraus, diese haben teilweise deutliche Überschneidungen und sorgen somit für das Gegenteil des Silos. Bedingt durch die Interaktionsmöglichkeiten der div. Social Media Kanäle und der unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer ergeben sich Anknüpfungspunkte innerhalb der Angebote.

Facebooks Rolle ist dabei die eines zentralen Knotenpunkts: Dort sind die meisten Nutzer und teilen auch am häufigsten ihre anderen Social-Media-Aktivitäten.

In Wave7 geht UM davon aus, dass es fünf unterschiedliche Bedürfnisse gibt, die von den diversen Angeboten gestillt werden. Diese fünf Bedürfnisse sind Lernen, Beziehungen pflegen, ausbauen (und beenden), Anerkennung, Selbstverwirklichung und der Mensch möchte unterhalten werden.

Für jedes dieser Bedürfnisse gibt es eine eigene Plattform. Wie bei Lünenbürger Reidenbachs Sohn dient youtube der Unterhaltung und twitter wird zur Steigerung des Anerkennungsbedürfnisses genutzt.

Es ist kaum abzusehen, das in 2014 eintritt, was WLR prophezeit, denn facebook hat heute kein Alleinstellungsmerkmal und auch Unternehmen und Konsumenten setzen nicht alleine auf facebook; die gute alte Unternehmenswebseite ist nämlich immer noch ziemlich en vogue, auch wenn viele Social-Media-Berater dies immer wieder anders darstellen. Die Nutzung nimmt eher zu, als das sie abnimmt.

Die Implosion von facebook wird aus meiner Sicht nicht so schnell kommen, zumindest nicht aus den von WLR genannten Gründen, die alle sehr pessimistisch sind und von falschen Grundtatbeständen ausgehen. Facebook ist auch kein Marketingmainstream, zumindest dort nicht wo Kunden sich auf ihre Berater verlassen und nicht auf die Rattenfänger aus Hameln hereinfallen die nur ein Lied spielen können. Facebook wird sicherlich in den nächsten Jahren noch mehr zu einem normalen Bestandteil des Lebens und des Marketings werden, wenn sich der Hype, der immer noch besteht, etwas legt. Zumindest wird dann die Kommunikation über facebook zurückgehen, aber nicht unbedingt seine Nutzung.

Zum guten Schluß noch ein Wort zu der folgenden These:

Wenn unter Teens und Twens nahezu jeder bereits mit Formen von Mobbing, Bullying oder Übergriffen in Berührung gekommen ist, wenn eine Verständigung im Silo immer wieder daran scheitert, dass Menschen einander nicht verstehen, wenn die Einsamkeit in der Masse zunimmt dann ist es emotional und rational vernünftig, sich in Schutzräume zurückzuziehen. Nicht, wie die Kulturpessimistinnen hofften, zurück in die Kohlenstoffwelt – sondern in digitale Räume, die unbeobachteter sind oder sich so anfühlen. In denen ich mich mit Menschen treffen kann, die meinen Humor verstehen.

Die deutschen Internetnutzer tummeln sich mehr als andere Internetkonsumenten in Foren, aber auch dort in den Schutzräumen des Netz, wie es WLR nennt, wird scharf geschossen. Denn das Netz trägt Allgemein zu einer Verrohung der Umgangsformen bei. Dies hat nichts mit facebook zu tun, sondern eher damit das im Web allegemein ein großes Publikum anzutreffen ist. Schutz vor Beleidigung, falschen Anschuldigungen oder Shitstorms gibt es im Netz nicht mehr, denn die Anonymität des Netz lässt uns alle ab und an mal die gute Kinderstube vergessen und führt uns in die Versuchung in Kommentaren evtl. etwas schärfer zur Sache zu gehen, als im realen Leben.

Es gibt nur eine Flucht aus dieser Situation, und die hat Peter Lustig bereits vor vielen Jahren am Ende jeder Löwenzahn-Sendung propagiert „Abschalten“. Nur dann implodiert nicht nur facebook, sondern das gesamte Netz.

Disclaimer: Dies ist meine persönliche Meinung, nicht die von UM Deutschland. Weitere Informationen zu Wave7 gibt es bei http://wave.umww.com und ein sehr schönes Video zum Thema gibt es auch.